Castelo Templário e Convento de Cristo

Eine der beeindruckendsten Wehr-Klosteranlagen der Iberischen Halbinsel befindet sich in Tomar. Ursprünglich handelt es sich um eine Burg der Templer, deren Orden unter Philip dem Schönen, dem König von Frankreich, 1312 aufgelöst wurde. Ihre weltliche Macht und ihr fortschrittliches Finanzsystem waren dem finanziell angeschlagenen Philip ein Dorn im Auge, weshalb er einen Weg suchte den Orden zu vernichten. Er klagte die Ordensmitglieder in einem Schauprozess der Häresie an und warf ihnen außerdem vor, Sodomie zu betreiben. Ihre Kirchenoberen wurden hingerichtet oder inhaftiert, ihr Besitz konfisziert und vom König neu verteilt. In Portugal fanden anschließend zahlreiche Ordensmitglieder eine Zuflucht und konnten mehr oder weniger unbehelligt in ihren dortigen Ordenssitzen weiterleben. Nichtsdestotrotz überlebte der Orden die Zerschlagung nicht und so ging der Besitz, wie auch in Tomar, in Nachfolgeorganisationen über. Das Castelo besitzt über 7 Kreuzgänge, eine weitläufige Außenmauer und hat zahlreiche im manuelinischen Stil gehaltene Ornamente und lässt noch immer erahnen, welche Macht der Orden einst hatte.

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