Altamira

20000 Jahre lang wurde die Höhle von Altamira von Menschen der Steinzeit verwendet, bis ihr Eingang 11000 vor Christus einstürzte. Sie war, anders als Lascaux (unser Artikel hierzu), eine Wohnhöhle, da ihr breiter Eingangsbereich ein natürliches Dach schuf. Ihre Lage war ideal. Sie liegt nur 4 Kilometer vom Meer entfernt, wobei während der Eiszeit der Meeresspiegel niedriger lag. An der Küste fanden die Jäger damals reiche Fischbestände vor, wie Bodenfunde bestätigen. Zur weiteren Ernährung gehörten auch Muscheln, Meeresschnecken und Wild. Wichtig scheint den Menschen damals der Stier gewesen zu sein. Zahlreiche Felsbilder schmücken die Decke der Höhle und zeigen Bisons in verschiedenen Posen. Ähnlich wie Lascaux in Frankreich wurde sie erst wieder in der Neuzeit entdeckt, allerdings schon 1868. Die Sensation blieb zunächst jedoch aus, da die damalige Lehrmeinung die Höhle als Fälschung klassifizierte. Henri Breuil war einer der ersten, der ab 1902 die Malereien systematisch erforschte und erkannte, dass Menschen bereits vor 30000 Jahren Kunst betrieben. Heute ist das Original ebenfalls geschlossen. Schimmelpilze und Witterungseinflüsse haben die Bilder verblassen lassen oder sie gänzlich zerstört. Mehrere Kopien wurden errichtet, eine davon befindet sich im Deutschen Museum in München. Im Vergleich zu Lascaux in Frankreich merkt man jedoch, dass nicht ganz so viel Geld investiert wurde und „nur“ der Eingangsbereich der Höhle nachgebildet wurde. Für den läppischen Eintritt von 3 Euro wird das jedoch wieder wettgemacht. Die Franzosen verlangen immerhin über sechs Mal soviel und bieten keine so informative Ausstellung über die Fundstücke und die Höhlen der Umgebung. Außerdem ist der Besucherandrang geringer, was jedoch bei unserem Besuch auch an der Nachsaison im November gelegen haben könnte.

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